Placebo responses in the brain: When psychology and neurobiology find a common language

Bildquelle: Prof. Dr. Fabrizio Bendetti, Foto by Misa Yamanaka

Bildquelle: Prof. Dr. Fabrizio Bendetti, Foto by Misa Yamanaka

Prof. Dr. Fabrizio Benedetti hielt am 32. Symposium Klinische Psychologie und Psychotherapie der DGPs in Braunschweig (30.5.2014) die Klaus-Grawe-Mittagsvorlesung, die alljährlich von der Klaus-Grawe-Stiftung organisiert und gesponsert wird. Die Keynote zum Thema „Placebo responses in the brain“ hat in Braunschweig Furore gemacht: In seinen unzähligen Studien ging Prof. F. Benedetti der Frage nach, inwiefern sich der Placebo-Effekt (d.h. die Einnahme von pharmakologisch unwirksamen Medikamenten oder andere therapeutische Massnahmen) in bildgebenden Verfahren auf neurobiologischer Ebene manifestiert. Interessant ist, dass die Einnahme eines Placebo zur Aktivierung bzw. Inhibierung der gleichen neurobiologischen Strukturen führt wie das ersetzte pharmakologische Medikament. Dabei scheinen vor allem der klinische Kontext, in dem das Placebo abgegeben wird, sowie die positive Erwartungshaltung des Patienten massgeblich zu sein. Zum klinischen Kontext gehören u.a. die klinische Umgebung, die Instruktion und positive Erwartungshaltung des Behandlers. Entsprechend erreicht ein pharmakologischer Wirkstoff, der unwissentlich an den Patienten abgegeben wird (d.h. ohne klinischen Kontext bzw. ohne Erwartungshaltung), nicht dieselbe Wirkung wie die wissentliche Abgabe im klinischen Kontext.

Take-home-message: Das was der Patient über die Behandlung denkt und die Art der  Beziehung zwischen Behandler und Patient beeinflussen die therapeutische Wirkung eines Medikaments massgeblich. Der Einfluss dieser Kontextfaktoren kann sogar mit bildgebenden Verfahren im Gehirn nachgewiesen werden!

 

Benedetti, F. Drugs and placebos: what’s the difference?: Understanding the molecular basis of the placebo effect could help clinicians to better use it in clinical practice. EMBO Rep. 2014 Apr;15(4):329-32. Epub 2014 Mar 17.

 

Lic. phil. Misa Yamanaka