„Three Blessings“ oder Dankbarkeit fühlt sich gut an…

Bildquelle: http://www.vierzehnheiligen.de/de/aktuelles/meldungen/00064.php

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Wir neigen in schwierigen Zeiten, in denen wir uns deprimiert oder gestresst fühlen dazu, ungünstige Denkmuster und negative Gedanken zu entwickeln. Häufig entsprechen diese Gedanken nicht der Realität und beeinträchtigen unser Wohlbefinden negativ, in dem sie Angst oder Hoffnungslosigkeit auslösen können. Wenn wir uns nicht wohl fühlen verbringen wir häufig viel Zeit damit, über Dinge nachzudenken, die nicht gut gelaufen sind oder die wir besser machen könnten. Wir vergleichen uns mit Personen, die etwas besser können als wir und analysieren eigene Fehler intensiver als Versäumnisse, die andere begangen. Das ist nicht verwunderlich, da unser Gehirn die Tendenz besitzt, auf negative Reize zu fokussieren und diese gut abzuspeichern. Diese Tendenz kann sehr sinnvoll sein, da wir daraus Schlussfolgerungen ziehen können, um bspw. in der Zukunft eine herausfordernde Situation besser zu bewältigen oder uns weiter zu entwickeln. Häufig geht es aber so weit, dass wir zu viel Zeit und Energie in negative Gedanken stecken.

Folgende Übung ist hilfreich, um der Tendenz des Gehirns, dem Negativen viel Beachtung zu schenken, entgegenzuwirken. Die Übung nennt sich „Dankbarkeitstagebuch“ (oder auch „Three Blessings“) und kommt aus der Achtsamkeitsbewegung. Am besten wird diese Übung jeden Abend vor dem Zubettgehen durchgeführt. Ein Dankbarkeitstagebuch wird am besten täglich „gepflegt“, vielleicht haben Sie Lust, es auszuprobieren: Lassen Sie vor dem Einschlafen ganz bewusst den Tag Revue passieren, um sich drei Momente des Tages in Erinnerung zu rufen, für die Sie dankbar sind. Dabei ist es vollkommen unwichtig, ob es sich um Gefühle oder Sinneswahrnehmungen (z.B. Betrachten eines Sonnenuntergangs, Hören des aktuellen Lieblingssongs, Riechen einer gut duftenden Blume, Geniessen eines feinen Desserts), angenehme Tätigkeiten (z.B. Lesen einer unterhaltsamen Zeitschrift, ein kleiner Spaziergang in der Mittagspause) oder angenehme Begegnungen oder Kontakte mit anderen Menschen (z.B. unerwartete SMS einer alten Freundin, ein freundliches Lächeln eines Unbekannten in der Tram) handelt. Auch die Dauer dieser Momente spielt keine Rolle. Diese drei Dankbarkeitsmomente des Tages können Sie dann in Ihr kleines Dankbarkeitstagebuch schreiben. Wenn es Ihnen Freude macht, lohnt es sich, das Tagebuch regelmässig hervorzuholen und mit persönlichen Dankbarkeitsmomenten zu füllen. Es ist ein hilfreiches Instrument der Achtsamkeit, das uns in schwierigen Zeiten unterstützt, in denen unser Gehirn uns vorspielen will, dass ein Tag (oder eine Woche) ausschliesslich aus negativen Erlebnissen bestand.

 

Quelle: https://www.mymindassist.ch/

 

Dr. phil. Melanie Braun