Typische Gedanken von Personen mit unerfülltem Kinderwunsch

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In der Sprechstunde für Gynäkopsychologie und insbesondere für unerfüllten Kinderwunsch geht es darum, betroffene Paare und Einzelpersonen in ihrer individuellen Lebenssituation zu verstehen und zu unterstützen. Obwohl jede einzelne Geschichte einzigartig ist, gibt es einige „typische“ Fragen und Gedanken, die viele Betroffene zu beschäftigen scheinen. Da der offene Austausch im eigenen Umfeld nicht immer möglich ist, fühlen sich Personen mit unerfülltem Kinderwunsch oft einsam. Die folgende Sammlung soll einen unmittelbaren Einblick in die Art der Belastung geben, die bei unerfülltem Kinderwunsch von vielen gemeinsam erlebt wird.

 

Das „on-hold“ und „stand-by” Gefühl…

  • «Ich stehe ganz alleine am Bahnhof und alle anderen fahren an mir vorbei.»
  • «Wir wollten junge Eltern werden. Mittlerweile haben uns alle überholt und kriegen schon die zweiten oder dritten Kinder – nur wir bleiben stecken.»
  • «Ich fühle mich total blockiert, kann keine Ferien planen und will mich nicht festlegen – alles, weil ich denke ich werde im nächsten Zyklus schwanger…»

 

Warum andere und nicht wir?

  • «Wir tun alles, wirklich alles, dass es klappt. Mein bester Freund wollte gar kein Kind. Warum klappt es einfach so bei ihm?»
  • «Ich bin wütend, eifersüchtig und neidisch auf meine beste Freundin, die gerade schwanger ist – dabei will ich mich eigentlich für sie freuen. Ich bin eine schlechte Freundin.»
  • «Warum kann eine drogensüchtige, ungesunde Frau einfach so schwanger werden? Ich könnte einem Kind ein perfektes, warmes Umfeld geben…»

 

Das Recht auf ein Kind…

  • «Ist das vielleicht ein Zeichen ist von oben? Haben wir gar kein Recht auf ein Kind? Sind wir egoistisch? Fordern wir unser Glück zu sehr heraus?»
  • «Gehen wir mit dieser Eizellspende zu weit? Wird sich das irgendwann an uns rächen? Noch vor 10 Jahren hätten wir unser Schicksal einfach akzeptieren müssen.»
  • «Ich habe das Gefühl, durchzudrehen. So kann ich ja gar keine gute Mutter sein!»

 

Gut gemeinte Tipps und Tricks aus dem Umfeld…

  • «Alle sagen mir, ich solle mich entspannen und loslassen, dann werde es schon klappen. Aber ich kann nicht loslassen!!»
  • «Mein Arbeitskollege sagte mir, er müsse mir wohl noch zeigen, wie man richtig zusticht. Mache ich etwas falsch?»
  • «Mir sagen alle immer, ich soll doch glücklich sein, ich hätte ja schon alles. Das tut mir so weh. Jetzt sage ich gar nichts mehr.»

 

Partnerschaftliche Veränderungen…

  • «Früher war unser Sex spontan und lustvoll. Jetzt ist er nur noch selten, mechanisch und voller Anspannung.»
  • «Meine Frau will nur noch an den fruchtbaren Tagen – ich fühle mich wie ein Zuchtbulle, der abliefern muss. Das ist gar nicht sexy.»
  • «Wir entfernen uns voneinander –mein Partner versteht mich nicht mehr.»
  • «Wir sind uns näher gekommen – wir haben jetzt schon so viel zusammen durchgemacht!»

 

Literatur:

Sammlung aus der Sprechstunde für unerfüllten Kinderwunsch.

 

Lic. phil. Misa Yamanaka-Altenstein