Vielfältige Familien

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Heute gibt es immer mehr Familien, die vom traditionellen Modell (Mutter, Vater, mit biologischen Kindern) abweichen. Einige Ausschnitte aus dem Artikel „Das Modell Familie wird vielfältiger“ (Schweizer Elternmagazin „Fritz und Fränzi“, 5.2.2018) werden hier zusammengefasst:

Aktuell 20% aller Familien in der Schweiz entsprechen nicht mehr dem traditionellen Familienmodell, Tendenz steigend. Dazu gehören Familien mit einem Elternteil, Familien mit gleichgeschlechtlichen Eltern und sogenannte Patchwork-Familien. Dazu kommen Familien mit Kindern, die über Samen- und/oder Eizellspende und mit Hilfe von Leihmüttern entstanden. Schätzungen gehen davon aus, dass rund 30‘000 Kinder mit gleichgeschlechtlichen Eltern aufwachsen.

Aus soziologischer Sicht wird die aktuelle Entwicklung mit Individualisierung und Pluralisierung beschrieben: Während früher das Kinderbekommen viel mit sozialer Absicherung zu tun hatte, so gebe es heute kaum mehr ökonomische Gründe, die für eine traditionelle Familie sprechen. Auch spiele die zunehmende Mobilität und Digitalisierung dabei eine Rolle, weil es dadurch mehr Möglichkeiten gibt, auch andere Wege für eine Familiengründung einzuschlagen: Eizellspende, Samenspende, Leihmutterschaft, gleichgeschlechtliche Eltern.

Aus evolutionsbiologischer und psychologischer Sicht kann die Fähigkeit, sich zu reproduzieren, als Grundbedürfnis bezeichnet werden – unabhängig davon, ob eine heterosexuelle Partnerschaft vorhanden ist. Folglich kann ein unerfüllter Kinderwunsch schwerwiegende Belastungen zur Folge haben – für das Selbstwertgefühl, die Partnerschaft und die eigene psychische Gesundheit.

Rund 10% aller Paare mit Kinderwunsch bleiben länger als ein Jahr kinderlos. Rund 6000 Frauen lassen sich jährlich in einer der 26 Schweizer Kinderwunschkliniken behandeln und rund 2.5% aller Neugeborenen sind im Reagenzglas gezeugt worden. Während Samenspenden in der Schweiz erlaubt sind, müssen Paare für Eizellspenden und Leihmutterschaft ins Ausland ausreisen. Die Fortschritte der Reproduktionsmedizin helfen vielen Paaren dabei, sich ihren Wunsch zu erfüllen. Gleichzeitig fördert dieser Fortschritt auch die Tabuisierung und Stigmatisierung: Klappt es nicht einmal mit der besten Behandlung, kann das starke Versagensgefühle auslösen und der offene Austausch darüber wird erschwert.

Im Artikel werden verschiedene Familien portraitiert sowie Behandlungsmethoden und Familienmodelle aus soziologischer, medizinischer, psychologischer und rechtlicher Perspektive beschrieben. Insgesamt also eine sehr lesenswerte, informative und wertfreie Darstellung der aktuellen „Familienlage“ in der Schweiz.

 

Literatur:

Elternmagazin „Fritz und Fränzi“, 5.2.2018. Journalistin: Virginia Nolan.

Online: https://www.fritzundfraenzi.ch/gesellschaft/familienleben/neue-familienmodelle-wie-sieht-die-familie-der-zukunft-aus?page=1

 

Lic. phil. Misa Yamanaka-Altenstein