Das Anordnungsmodell kommt, ABER…

Nach jahrzehntelangem Warten und einem unermüdlichen Einsatz verschiedener Verbände und zahlreicher Befürworter:nnen war es im März 2021 endlich soweit:
Das Anordnungsmodell für die psychologische Psychotherapie wurde am 19. März 2021 vom Bundesrat per Juli 2022 erlassen.

Das bisherige Delegationsmodell wird damit durch das Anordnungsmodell ersetzt.

„Mit dem vom Bundesrat beschlossenen Anordnungsmodell werden auch Psychotherapien, die von selbständigen psychologischen Psychotherapeuten durchgeführt werden, von der Grundversicherung bezahlt, sofern sie auf Anordnung eines Arztes oder einer Ärztin erfolgen. Hausärzte können so eine Psychotherapie anordnen, die der Patient bei einem Psychotherapeuten oder einer Psychotherapeutin seiner Wahl absolvieren kann. Damit wird das Angebot an Psychotherapieplätzen, die von der Grundversicherung finanziert werden, markant erhöht.“

ABER:

Hier ein Zusammenfassung der aktuellen Situation, zit. nach dem Newsletter (vom 05.05.22) der Föderation der Schweizer Psychologinnen und Psychologen  (FSP)

Die Verhandlungen zu einem Tarif für die psychologische Psychotherapie liefen seit anderthalb Jahren. Für die Tarifstrukturen sind die Verbände curafutura und santésuisse zuständig. Für die Preise die Einkaufsgemeinschaften CSS, HSK und tarifsuisse. Letztere ist eine Tochtergesellschaft von santésuisse. Die Mitglieder sind identisch.

In den Tarifstrukturverhandlungen haben die beteiligten Verbände Ende 2021 einhellig festgestellt, dass es nicht gelingen kann, auf 1. Juli 2022 eine definitive Tarifstruktur in Kraft zu setzen, welche allen rechtlichen Vorgaben des Krankenversicherungsgesetzes vollumfänglich entspricht. Daher haben sie sich darauf geeinigt, eine Übergangslösung, die sogenannte Übergangstarifstruktur, zu verhandeln. Am 28. März 2022 war es dann so weit: Die Delegationen der Verbände fanden eine Einigung. Es wurde vereinbart, den Übergangstarif ab 1. Juli 2022 anzuwenden.

Unerwartet und ohne Vorankündigung in den Verhandlungen wurden die Psyverbände dann am 8. April von tarifsuisse informiert, dass sie zusammen mit der CSS in allen Kantonen beantragt haben, diese sollten vorsorglich auf 1. Juli 2022 sogenannte Arbeitstarife festsetzen. Der Preis entspricht dem jetzigen (Anmerkung KGI: sehr tiefen!) Delegationstarif und ist kantonal unterschiedlich.

Die FSP setzt nun alles daran, eine faire Lösung zu finden. Sie wird weiter verhandeln und alle juristischen und politischen Mittel ausschöpfen.

Nur mit einem fairen Tarif ist es möglich, Versorgungsengpässe zu beheben und die heute prekäre Situation der Patientinnen und Patienten tatsächlich zu verbessern.