SoA – Seminar: 26. Mai 2020

Paartherapie im Hier und Jetzt: Den lebendigen Augenblick nutzen

Die Therapie mit Paaren ist komplex und anspruchsvoll, die Herausforderungen dabei sind sehr vielfältig: Beispielsweise wenn die Ziele beider Partner nicht deckungsgleich sind, wenn ein Partner mehr Veränderung will als der andere oder auch wenn die Gespräche inner- und ausserhalb der Therapiesitzung eskalieren.
Diese und ähnliche Situationen sind in der Paartherapie häufig und können anstrengend sein. Andererseits bieten sie auch eine einzigartige Möglichkeit: Wenn es uns gelingt diese Momente der Problemaktualisierung therapeutisch zu nutzen, öffnen sich manchmal unerwartete Möglichkeiten zur Veränderung. Denn: Wie die einzelnen Partner die Sitzung gestalten, wie sie miteinander und wie mit dem Therapeuten agieren, ist bedeutungsvoll und ein relevanter Spiegel dessen, wie sie sich auch ausserhalb dem Therapiesetting verhalten.
In einigen Situationen ist diese Problemaktualisierung sehr gut sichtbar, insbesondere dann, wenn es zu einer Eskalation kommt. In anderen Situationen geschieht dies viel versteckter. Die Aufgabe des Therapeuten ist es zu identifizieren, was implizit präsent aber unbeachtet ist. Das Ziel der Paartherapie ist das Öffnen der bisherigen Kommunikationsgrenzen, damit sich die Klienten und ihre Partner in einer neuen, frischen Art und Weise erkennen können. So gesehen geht es nicht darum, diese Situationen zu verhindern, sondern gemeinsam zu nutzen.
Das Ziel des Workshops ist es, solche Situationen besser zu erkennen und mit dem Paar Lösungen zu finden, wie sie die schwierigen Interaktionsmomente auf eine gute Art und Weise auflösen können. Neben theoretischen Inputs steht vor allem die praktische Arbeit mit Videos und Rollenspielen im Vordergrund.

Durchgeführt wird das Seminar von Prof. Dr. Marcel Schär, Zürcher Hochschule für angewandte Wissenschaften ZHAW, Zentrum Klinische Psychologie und Psychotherapie.

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