Wenn die Selbstwertbombe tickt…

https://www.google.ch/search?hl=de&tbm=isch&source=hp&biw=1536&bih=685&ei=bPjnXLCeIc3imwXJ65jQCQ&q=selbstunsicherheit&oq=selbstunsicherheit&gs_l=img.3..0j0i24l4.3406.5646..7006…0.0..0.151.2150.5j14……0….1..gws-wiz-img…..0.geJizVheXHE#imgrc=Xea-VlLvaS7ZcM:

Selbstwertstabilisierung als universelles Grundbedürfnis
Ein Gefühl über sich selbst zu haben, sich selbst zu bewerten und über sich selbst ein Konzept zu haben, ist etwas zutiefst Menschliches. Wir sind ständig darum bemüht, den eigenen Selbstwert stabil zu halten und vor Verletzungen zu schützen. Selbstwert wird daher auch als psychisches Grundbedürfnis bezeichnet – neben dem Bedürfnis nach sozialen Bindungen, nach Kontrolle und Orientierung, und nach Wohlbefinden. Es erstaunt daher nicht, dass Verletzungen des eigenen Selbstwerts deutlich wahrnehmbar und mit Leidensdruck assoziiert sind. Der Selbstwert ist folglich bei vielen psychischen Störungen in irgendeiner Form betroffen und sollte daher, unabhängig von der Störung, immer auch mitberücksichtigt werden.

 

Individuelles Selbstwertkonzept
Wie eine einzelne Person jedoch mit dem eigenen Selbstwert umgeht, ist sehr individuell und hängt vom eigenen Selbstwertkonzept ab. Dieses wiederum ist stark von eigenen Erfahrungen und Erlebnissen geprägt. Das Selbstwertkonzept beschreibt die individuelle Art, wie jemand seine eigene Wertigkeit wahrnimmt.

 

Unproblematische Selbstbewertungen
Als soziale Wesen versuchen Menschen, sich innerhalb von Bezugsgruppen einzufügen, deshalb sind soziale Vergleiche grundsätzlich wichtig. Eine Selbstbeurteilung ist in der Regel dann unproblematisch, wenn sie realitätsgerecht, feststellend und differenziert ist, und wenn nicht der gesamte Selbstwert von einem Kriterium abhängig gemacht wird:

„Ich bin kleiner als Sabine“

„Ich bin oft zu müde, um meine Ziele zu erreichen“

 

Problematische Selbstbewertungen
Die Selbstbestimmung kann dann schädlich sein, wenn sie an unrealistischen, willkürlichen oder irrelevanten Kriterien festgemacht wird:

„Wer kleiner ist, ist weniger wert“

… oder wenn sie auf Pauschalbewertungen oder Generalisierungen beruht:

„Wer seine Ziele nicht erreicht, ist ein Versager“

 

Wo können wir ansetzen, um unseren Selbstwert zu stabilisieren?

  • Eigene Konzepte und Muster erkennen und bewusst machen: Wie sind Denken, Fühlen und Verhalten bei mir verknüpft?
  • Problematische Selbstkonzepte verändern: Neue Denkmuster und Verhaltensweisen erstellen und ausprobieren (realistisch, differenziert). Gefühle überprüfen: Wie geht’s mir dabei?
  • Identifikationsfragen: Was passiert in mir drin? Wie gehe ich mit mir selbst um? Was zeige ich nach Außen? Wie möchte ich wirken?
  • Selbstmitgefühl und Akzeptanz: Es ist sehr hilfreich, eigene Unsicherheiten nicht mehr als Bedrohung wahrzunehmen, sondern Verständnis dafür zu haben. Hier kann auch ein liebevoll-humorvoller Umgang hilfreich sein.

 

Selbstunsicherheit ist nicht etwas Schlechtes oder Gefährliches, sondern normal. Sie zeigt uns an, wenn unser Selbstwert verletzt wurde. Diese Signalwirkung hilft uns, uns mit der Situation auseinanderzusetzen! Hingegen kann es sehr viel Leidensdruck generieren, wenn wir unsere Selbstunsicherheit abwerten, uns dafür schämen und daher überspielen. Daher: Mehr Mut zur Selbstunsicherheit!

 

Quelle & Selbsthilfeliteratur:

H H Stavemann (2011). …und ständig tickt die Selbstwertbombe: Selbstwertprobleme erkennen und lösen. Beltz: Weinheim.

R Poletti & B Dobbs (2016). Das kleine Übungsheft: Selbstbewusstsein. (Aus der Bibliothek der guten Gefühle). Trinity: München.

 

Lic. phil. Misa Yamanaka-Altenstein